Kategorie: Anspieltip

Textiles Tagebuch 7

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2Schuhe: Vagabond, Shirt: Diy, Jacke: H&M, Hose: Diy

Nach dem Prinzip „Zum Ausgehen immer was neues nähen!“ (jahrelang durchgehalten) nun die neue Regel „Für jedes Outfit ein neuer Platz zum fotografieren!“. Und ausserdem: Musik

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Bei-dieser-Sache

Alkommerz

Jenau.

Leckereien

Eine kurze Bildungseinblendung

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Doku über die Colonia Dignidad. Und noch ein Feauture aus dem Deutschlandfunk.

"Wenn du nicht aufisst…

… dann musst du nach Bremerhaven!“, diese Stadt eignet sich wirklich als Kinderschreck. Oder als das lustige Reiseziel für den rüstigen Opa, der gerne noch mal an die U-boote erinnert werden will, die liegen da nähmlich entweder rum, oder die „Häuser“ sind in Form eben solcher gebaut. Ich habe wirklich ungelogen lange nicht mehr so etwas hässliches gesehen. Ich bin tief beeindruckt und kam nach Hause mit dem absoluten Gefühl der Erleichterung.

How to – Longshirt/Kleid


Ich hab heute dieses Kleid genäht. Sitze jetzt auch darin rum und finde es sehr gemütlich (die Schuhe, zugegeben, habe ich wieder ausgezogen).  So und darin rumzuhängen ist fast genauso leicht, wie es zu machen! Wie? ich zeigs euch, Schritt für Schritt! (Ok, das war dann für mich wieder schwer. Heidenei, ist das kompliziert gute Bilder zu machen und nichts zu vergessen und und und…)

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Schritt 1 – Vorbereitungen   ✄   Clean your Desk! Ja. Jaha, Mutti hatte recht: Es arbeitet sich besser, wenn Ordnung herrscht. 
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Schritt 2 – Was ihr alles braucht   ✄   Am besten habt ihr gleich alles griffbereit, suchen nervt echt immer, weil man dann das unfertige Teil weglegt und sich ganz bestimmt irgendwas verzieht.
  •  Also ihr braucht euren Stoff. Was die Farbe angeht, ist euch da natürlich keine Grenze gesetzt. Für diese Art Kleid solltet ihr als Material Jersey wählen. Baumwolle ist natürlich toll, das ist einfach der angenehmste Stoff, aber ihr könnt natürlich auch mit Viskosejersey o.ä. arbeiten. 
  • Eine Nähmaschine, mit Jerseynadeln. Die sind anders abgerundet und sind einfach besser für die Nähte. Im Zweifel gehts auch ohne, wird dann aber nicht so glatt.
  • Stecknadeln.
  • Eine Stoff- und eine Papierschere.
  • Großes Papier, ich empfehle z.B. die Zeit, gutes Format.
  • Ein gut sitzendes Shirt.
Und jetzt noch ein paar Tips für die totalen Anfänger (keine Schande, jeder fängt klein an!) Den Unterfaden der Nähmaschine aufspulen (schaut in eure Bedienungsanleitung), damit er nicht bei einer komplizierten Stelle ausgeht. Probiert die Funktionen eurer Nähmaschine an einem Probestück aus. Jeder Stoff verhält sich anders. Also nehmt ein Stück von dem, den ihr euch für euer Kleid ausgesucht habt! Schaut ob ihr einen Elastikstich habt, wenn nicht, ZickZack ist das Mittel der Wahl, versucht auch hier, wie breit und eng er sein muss, damit die Nähte am Kleid gut aussehen. Mit der einfachen Naht lässt sich elastischer Stoff zwar nähen, die Nähte reissen dann aber, sobald der Stoff gespannt wird.
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 Schritt 3 – Schnitt   ✄   So wir brauchen also eine Vorlage für den Schnitt. Ich habe für das Grundgerüst eins meiner liebsten Shirts genommen, sitzt nicht eng und hat einen relativ weiten Armausschnitt. Kann man natürlich auch anders machen, z.B. enger, dann muss man aber auch genauer nähen. Weil ich ein bisschen ein Idiot bin, habe ich meine Zeitung doppelt gelegt, die Pfalz ist dann die Mitte und ich muss nur einmal am T-Shirt entlang zeichnen und schneide die doppelt gelegte Zeitung in einem Schritt und bekomme dann, nach dem auseinander falten ein Stück, dass auf beiden Seiten identisch ist.
Also das Schnittmuster für Vorder- und Hinterteil: 
  • Die Pfalz der doppelten Zeitung liegt in der Mitte, das Shirt wird darauf gelegt. 
  • Und dann mit einer Nahtzugabe von ein paar Centimetern das Shirt nachzeichnen. 
  • Nach unten verlängern (wie lang sei euch überlassen, aber auch wenn es nur ein normal langes Shirt werden soll, macht es mindestens 8cm länger als das echte Shirt, damit ihr noch ein Abschlussbündchen machen könnt).
  • Den Ausschnitt habe ich breiter angesetzt, so dass es ein schöner U-Bootausschnitt wird. Auch hier könnt ihr variieren. Passt aber auf das wird sonst schnell tiefer als man will
 Die Ärmel 
  • Die Zeitung wieder längs zusammen falten/doppelt legen.
  • Jeder Ärmel besteht nur aus einem Teil. Es wird also wieder doppelt gelegt, ihr seht hier oben leider nur eine Hälfte, weil ich zu blöd war ein zweites Bild zu machen.
  • Schaut euch den Ärmelansatz eures Shirts genau an, wählt die selbe Breite. 
  • Der Ärmelansatz muss als Positiv zu dem Vorder- bzw. Rückteil eures Schnitts dienen. Die Rundung muss also angepasst werden. 
  • Wie genau ihr die langen Ärmel schneidet, sei euch überlassen, auch hier kann viel variiert werden. Ich habe mich für eine trompetenartige, überlange Form entschieden. Macht ihr auch so lange Ärmel sollten sie vorne schön eng sein, damit ihr sie hochshoppen könnt. 
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Schritt 4 – Der Zuschnitt   ✄   Also ran ans Ausschneiden. Am Ende solltet ihr genau sechs Teile haben. Ein Vorder- und ein Rückteil, zwei Ärmel, und zwei Streifen für das Halsbündchen. Die Schnittmuster mit Stecknadeln auf dem Stoff fixieren. Und schneiden. Ich lege mir auch hier einfachheitshalber Sachen doppelt, da muss man den Stoff dann aber richtig schön glatt legen. Leider habe ich vergessen Bilder vom Halsbündchen zu machen. Aber das ist ganz leicht. Schneidet zwei Streifen in der Länge eures Ausschnitts zurecht und doppelt so breit wie sie an der breitesten Stelle sein sollen. Bei mir waren das eine Breite von 2×4cm, bei der Breite habe ich einfach gut ein bisschen mehr genommen und dann später abgeschnitten. Weil das Papier zu klein war, habe ich den Korpus und die Ärmel einfach frei Hand verlängert, da kann man dann natürlich auch einfach größeres Papier nehmen. Mein Kleid ist jetzt 90cm, die Ärmel innenseitig 85cm lang. 
Beim Zuschnitt müsst ihr darauf achten, dass der Stoff für das Oberteil quer elastisch ist (kennt ihr: so kommt man auch in zu enge Shirts rein), selbes gilt auch für die Ärmel (schließlich ist die Hand breiter als der Unterarm und die muss durch). 
Und noch ein kleiner Tip: Man kann oft besser zuschneiden, wenn man sich den Stoff z.B. mit einem schweren Buch fixiert.
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Schritt 5 – Das Bündchen    ✄   Ihr legt also euren Streifen für das Bünden doppelt. Und jetzt feststecken. Erst am Anfang und am Ende und dann im Mittelteil. Das Bündchen verjüngt sich zu beiden Seiten, deshalb müsst ihr wirklich genau abstecken. Und dann wird genäht. Seid dabei nicht ungeduldig, Stoff sollte man niemals durchziehen. Aber dennoch schön auf beiden Seiten – vor und hinter der Nadel – festhalten und führen. Habt ihr das Bündchen vernäht, schneidet ihr ab, was übersteht.
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Schritt 6 – Die Schultern    ✄    Jetzt näht ihr die Schultern zusammen. Vorher stecken, dann nähen. So wie immer. Die Stelle wo die Halsbündchen aufeinander treffen sollte sehr genau gearbeitet werden. Das kann ich manchmal auch nicht so gut und verbessere das dann nachträglich mit der Hand. 

Schritt 7 – Die Ärmel   ✄    Faltet die Ärmel auseinander und steckt sie fest. Das geht ganz einfach. Am besten fängt man in der Mitte an, dann an den beiden Enden und dann noch ein paar Nadeln in die Mitte. Das ist schon alles. Danach könnt ihr loslegen mit dem nähen. Raus kommt ein riesiges Kreuz mit Loch in der Mitte. 
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Schritt 8 – Die Längsnähte   ✄    Es gibt zwei lange Längsnähte. Ich teile mir jede davon in zwei Teile auf. Ich fange also genau in der Naht an, die an der Achsel sitzt. Warum? Weil genau diese beiden Nähte aufeinander liegen sollten damit nicht alles schief wird. 
Und dann wird auf beiden Seiten längs runter genäht und dann noch mal an den Ärmeln. Die Stelle um die Achseln kann man gut doppelt abnähen, es ist die Stelle, die am meisten belastet wird und noch dazu kommen hier aus vier Seiten Nähte zusammen. Habt ihr gemacht? Jetzt könnt ihr euer Kleid auch schon anprobieren. Es ist fast fertig!
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Schritt 10 – das Bündchen    ✄    Die Armbünden werden nicht extra angesetzt, sondern aus den Ärmeln zusammengefalltet. Ein gutes Plus an Nahtzugabe ist also dringend nötig! Ihr nehmt den auf links gedrehten Ärmel und klappt ihn einmal um. Diesen doppet gelegten Ärmel schlagt ihr dann wieder nach innen ein. Dann könnt ihr einfach loslegen mit feststecken. Auf dem letzten Bild hab ich das Bündchen nur noch mal rausgezogen um euch zu zeigen, wie das in Gänze aussehen soll. Ihr habt also später als Abschluss einfach einen doppelt gelegten Ärmel und eine unsichtbare Naht, was klasse ist, da sieht man Ungenauigkeiten nicht so gut.
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Schritt 11 – Freiarm   ✄    Ihr müsst eure Nähmaschine jetzt zur Freiarmmaschine machen. Dafür muss man einfach nur das Kästchen, das vor dem Nähfuss sitzt, entfernen. Den Ärmel, mit dem eingeschlagenen, doppeltgelegten Bündchen über den Freiarm stecken und nähen. Natürlich für jeden Ärmel. Naja ihr seid ja nicht blöd.
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Schritt 12 – Der Saum   ✄    Ihr müsst aufpassen, dass ihr den Saum nicht zu schmal anlegt, sonst klappt er sich gerne beim Tragen hoch. Der Saum funktioniert nach dem selben Prinzip wie die Armbündchen.  Auf links doppelt legen und dann nach innen (also auf die gute Seite) einschlagen. Und gut feststecken. Kontrolliert genau ob ihr das Bündchen nicht aus versehen, sukzessive breiter habt werden lassen. So und jetzt kommt die letzte Naht, einmal rundrum. FERTIG!
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So sieht das dann aus! Ihr habt es geschafft. Cool. 
Ihr könnt auch noch allerhand Varianten ausprobieren: Dreiviertelarm. Tailliert. Auf jeder Seite auf Taillenhöhe ein Band einnähen für eine Schleife. Tiefere Ausschnitte. Noch weiter. Der Phantasie sollen da keine Grenzen gesetzt sein! Dies ist erstmal nur ein Grundschnitt. Viel Spass und Erfolg damit!
(P.S.: Das war jetzt der anstrengendste Post ever. Aber es hat mir Spass gemacht und euch hoffentlich auch. Ich bin aber noch echt ungeübt damit. Will sagen: schreibt mir bitte, wenn ihr was nicht rafft. Einfach ein Kommentar hinterlassen. Danke! Und wenn es euch gefällt, dann versuche ich das nochmal zu machen. Wünsche und Anregungen sind sehr gerne willkommen!)

Ein Gleichnis

Gemüsekarren 

Es war früh am Morgen. In der Ferne sah ich ein großes schwarzes Kreuz, aber als ich mit meinem Fahrrad fast dagegen geknallt war, war’s nur ein verkohlter Baum. Ich setzte mich, nahm eine Flasche Fanta hervor, mein Lieblingsgetränk, und nach etwa einer Viertelstunde sah ich, dass ein kleines Wägelchen herannahte. Es war ein Gemüsekarren. Der Lenker hielt an, stieg ab und schmiss den Inhalt, Blumenkohl, Rüben, Paprika und Salatköpfe samt und sonders in den Wassergraben. Verdutzt schaute ich zu, obwohl ich durchaus verstand, was sich da tat. Ich kannte es von einem Freund aus dem Showbizz. Man entwickelt einen Hass auf alles, was man verkauft.

Von Nyk de Vries, Übersetzung Ard Posthuma 
Erschienen u.a. in „Edit – Papier für neue Texte“ 



Ich versteh das ja wie immer als ein Gleichnis auf irgendetwas, dass mich interessiert. Und was interessiert mich? Ja na klar: Kunst. Der Kunstmarkt als Gemüsekarren. Macht Sinn. 

Einmal so lieben

„1957 born in Guaimaro, Cuba, the third of what would eventually be four children 1964 Dad bought me a set of watercolors and gave me my first cat 1971 sent to Spain with my sister Gloria, then went to Puerto Rico to live with my uncle 1979 returned to Cuba to see my parents after an eight-year separation 1981 parents escaped Cuba during Mariel boat lift, my brother Mario and sister Mayda escaped with them 1978 met Jeff in Puerto Rico 1976 Gloria and I moved to our own apartment-small, but full of sunlight 1977 Rosa 1976 met my friend Mario 1979 moved to New York City 1980 met Luis at the beach 1983 received BFA from Pratt Institute 1981 and 1983 attended the Whitney Museum Independent Study Program 1987 received MFA from the International Center of Photography and New York University 1983 Ross at the Boybar 1985 Jeff gave me Pebbles and Biko, two Lilac Point Siamese cats-hardly able to support myself, and now with two cats to feed, only Jeff 1985 first trip to Europe, first summer with Ross 1986 summer in Venice, studied Venetian painting and architecture 1986 blue kitchen, blue flowers in Toronto – a real home for the first time in so long, so long, Ross is here 1987 Wawanaisa Lake: beavers, wild brown bears, Harry retrieved every buoy he sees, New York Times every morning, duck cabin 1986 Mother died of leukemia 1990 Myriam died 1991 Ross died of AIDS, Dad died three weeks later, a hundred small yellow envelopes of my lover‘s ashes-his last will 1991 Jorge stopped talking to me, I‘m lost – Claudio and Miami Beach saved me 1992 Jeff died of AIDS 1990 silver ocean in San Francisco 1992 President Clinton – hope, twelve years of trickle-down economics came to an end 1990 moved to L.A. with Ross (already very sick), Harry the Dog, Biko, and Pebbles, the Ravenswood, Rossmore, golden hour, Ann and Chris by the pool, magic hour, rented a red car, money for the first time, no more waiting on tables, ‚Golden Girls‘, great students at CalArts, Millie and Catherine, went back to Madrid after almost twenty years-sweet revenge 1989 the fall of the Berlin Wall 1991 Bruno and Mary, two black cats Ross found in Toronto, came to live with me 1991 the world I knew is gone, moved the four cats, books, and a few things to a new apartment 1991 went back to L.A., hospitalized for 10 days 1990 first show with Andrea Rosen 1993 moved to 24th Street 1987 joined Group Material 1991 Julie moved from Brooklyn to Manhattan 1992 the forces of hate and ignorance are alive and well in Oregon and Colorado, among other places 1993 Sam Nunn is such a sissy, peace might be possible in the Middle East 1992 started to collect George Nelson clocks and furniture 1993 three years since Ross died, painted kitchen floor bright orange, this book“


Felix Gonzales Torres hat mich in den letzten Tagen extrem berührt. Sein Abendmal für seine große Liebe. Die Fülle an Hoffnung die er verströmt obwohl, oder gerade vielleicht weil sein Leben voll von Verlust ist. Und natürlich seine Liebe zu Katzen, das steigert immer meine Sympathien. Seine Art wie er uns mit Leichtigkeit zu Kompliz_Innen seines Lebens macht. Wie er uns sein Herz zu Füßen legt und dabei doch immer bei Ihm ist.

„Wenn mich die Menschen fragen, wer mein Publikum sei, so sage ich ganz ehrlich, ohne zu zögern: Ross. Das war mein Publikum. Die anderen Leute kamen einfach zu meiner Arbeit.“

Lebenszeichen!

Ja, ich lebe noch. Ich lebe sogar sehr gut. So gut, dass ich nicht zum bloggen komme. Abspielen tut sich das gute Leben meistens an der Uni, bei meinem neuen Job oder am Küchentisch.
Die Uni gefällt mir sehr. Ich habe endlich mein schlussendliches Fachgebiet gewählt und eine Klasse ausgesucht. Habe Spaß an dem, was da so passiert. Und bin neugierig. Es ist wirklich toll. Sogar gezeichnet habe ich mal wieder.
Der Job ist ohne Witz der beste, den ich je hatte. Auch da lerne ich viel. Aber eigentlich geht es mehr ums Trinken. Ich verkaufe Wein. Besser: ich versuche eine Performance zu erlernen, die es anderen glaubhaft erscheinen lässt, dass man ruhigen Gewissens bei mir Wein kaufen sollte. Dazu muss der natürlich getrunken werden, sagte sie und nippte an ihrem Cremant.
Und der Küchentisch, der ist zwar eher hässlich, aber das Beste überhaupt. Ich koche viel. Der Mitbewohner isst es viel und es ist herrlich.
Und bald sicher wieder mehr! Zb ein Weihnachtsgewinnspiel. Kommt bald. Versprochen!