Kategorie: Momente zum Erinnern

Voran voran, weg weg!

dollyvia Instagram

Mal wieder Umzug. Ich lecke mir die Lippen und freue mich auf eine neue Stadt, eine neue Uni und neues Neues. Auf nach – Trommelwirbel – Leipzig. Bremen danke ich für… nichts. Naja, ich hab drei Jahre durchgehalten. Das ist doch schon mal was. Und für die zwei besten Mitbewohner, die ich jemals hatte. Aber jetzt erstmal voran. Ich glaube in der nächsten Zeit gibts dann hier noch unregelmäßigere Updates als eh schon. Stattdessen könnt ihr mir aber auf Instagram folgen, da geht noch was.

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Drei Jahre

Vor drei Jahren habe ich angefangen regelmäßig zu bloggen. Und zu nähen. Das hat sich ganz schön verändert. Eine Overlock hat Einzug in meine Wohnung gehalten. Komplizierte Schnitte ebenso. Und bessere Fotos! Kennt ihr das, wenn man stolz auf sich ist? Wenn ich mir anschaue wie sich meine Fähigkeiten verbessert haben, bin ich das. Super Gefühl. 
Was habt ihr in den letzten drei Jahren dazu gelernt?

Frühlingsgefühle


Als das ganze noch was mit echtem Sex zu tun hatte. Leidenschaftliche Verliebtheit in jeden einzelnen Tänzer von meiner Seite.

Land der Horizonte

Ich war schon wieder in der schleswig-holsteinischen Heimat. Es gab auch Licht. Sonst war es aber nicht so ereignisreich. Aber ganz nett. Heute noch einen Ausflug auf den Aschberg gemacht und mal kurz vor dem Bismarck salutiert, in Eckernförde ein Stammessen zu mir genommen und dabei alte Damen betrachtet und die beiden Begleiter nicht um ihre Fischfrikadelle beneidet und in Waabs über die Ostsee geschaut. Leider aber das ohne Kamera.

Momente zum Erinnern – 2011

So 2011 geht seinem Ende zu. Ereignisreich war es. Angefangen mit totaler Unsicherheit. Studium geschmissen gehabt. Scheiß Job mit dummem Chef für 7€ Brutto, weil man ja eine von vielen unqualifizierten Uschis in Berlin ist. Aus Berlin weggezogen. Hätte ich ja Anfang 2010 niemanden geglaubt, dass ich das mal täte. Eine wichtige Prüfung vergeigt, ist mir auch noch nie passiert. Zwei gewonnen. Die Frage nach dem neuen Wohnort erfolgreich beantwortet. Mich einleben im neuen Studium. Viel los. Das muss man dann auch begießen. Dafür braucht es natürlich eine rosafarbene Bomberjacke. Prosit!

Momente zum Erinnern – Musik

Sowas hab ich früher gehört. War geil. Lange vergessen. Ist immer noch geil. Energie. Yes.

Momente zum Erinnern – Berlin

Hier ein Bild aus sehr sehr sehr glücklichen Tagen in dieser Stadt. Beste Zeit. Jacke, Hose, Hemd und Fotograf hab ich noch. Wohnung, Frisur und Schal leider schon lange nicht mehr.

Fünf Jahre Berlin. Noch nie lebte ich so lange in einer Stadt. Die Orte meiner Kindheit gibt es nicht mehr. Heimat war für mich ein fremder Begriff. Hier habe ich eine gefunden. Hier bin ich zu Hause. Nicht mehr lange. Noch zwei Wochen, dann ziehe ich weg. Ich werde es vermissen.
Ich zog hier her nachdem ich ein Jahr lang in Wien vereinsamte. Kam pünktlich zur Fussballweltmeisterschaft. Genoss es mit dem Fahrrad besoffen über die während der Deutschlandspiele völlig verwaiste Frankfurterallee zu heizen. Knutschen auf Hausdächern beim Sonnenuntergang. Viel getanzt habe ich. Viele Nächte hindurch und auch so manche Tage.

Wurde Berlins erster Jelly Wrestling Champion. Verliebte mich mehrmals (zumindest schlussendlich) unglücklich und dann auch mal glücklich. Gab mich mit Hilfe eines Quittungszettels erfolgreich als Stylistin von Scooter aus. Kam auch mal in die Bar25 nicht rein und regte mich über die Türpolitik auf. Hatte Munition vor meiner Haustür liegen und eine Kneipenschlägerei in der dreckigsten Eckkneipe. Traf interessante Menschen und absolute Langweiler. Lag im Bett und war der Stadt überdrüssig und konnte nicht genug von ihr kriegen.
Jetzt ganz bald gehe ich weg. Ich kann mir das gar nicht vorstellen. Ich bin zwar immer noch ich, nur woanders. Aber dieses woanders. Das wird seltsam. Momente zum Erinnern. Ich habe mich hier verändert. Und ganz vielleicht bin ich sogar ein bisschen erwachsen geworden.

Momente zum Erinnern – Blick aus meinem Fenster

Damals vor ungefähr 19 Jahren sah es so aus, wenn ich aus meinem Fenster in der hessischen Provinz schaute. Machte ich viel. Ich saß viel am Fenster und malte bzw. zeichnete irgendwas. Konnte ich damals besser als heute. Erinner ich mich gerne dran. Und bin neidisch auf mein siebenjähriges Ich.

Momente zum Erinnern – Das erste Mal

Das erste Mal – nicht Sex, da gäbe es auch nicht viel drüber zu erzählen, es war kurz und ereignislos, wenn man mal von winzigen Kleinigkeiten wie das Besorgen von Kondomen in einem Puff absieht. Nein, ich meine das erste Mal Ecstasy.
Ich war vierzehn, meine beste Freundin auch. Wir fuhren mit zwei anderen „Ersttättern“ eine Freundin besuchen. In einer Kleinstadt in der dithmarscher Provinz. Schon die Fahrt dort hin war ein Abenteuer und ein erstes Mal, wir trampten. Ich weiß nicht mehr warum: vielleicht weil es keine Zugverbindung gab oder weil wir kein Geld hatten oder im Zweifelsfall sicher beides. Kamen dann also an. In einer ebenso langweiligen Kleinstadt wie der aus der wir kamen. Standen in einem möbilierten Wohnheimszimmer dieser Freundin, die damals eine Ausbildung machten. Fanden die Einrichtung lustig. Aßen irgendeinen Scheiß und waren aufgeregt. Der Plan war schon fix. Ecstasy also. Kiffen kannten wir schon. Und jetzt eine weitere Stufe zur Abgrenzung den „Anderen“ gegenüber. Verwegen sein. Anders und irgendwie cooler. Das war wichtig. Wir machten uns also auf in diese seltsame Großraumdisko irgendwo am Stadtrand. Sicher war da einer dieser größeren Supermärkte, eine Tankstelle und vielleicht auch eine Kaserne. Die Disko war scheiße. Das stellten wir schon recht schnell fest, so geschmackssicher war ich damals schon. Aber hier ging es ja auch um eine Art Geschäft. Hier musste Ware besorgt werden. Aufregend, irgendwie kriminell.
Dann hatten wir sie also. Diese kleine Tablette lag in unserer Hand. Sah so harmlos aus wie eine Aspirin und ließ uns vor Ehrfurcht erzittern. Wir schluckten sie. Und waren sofort ängstlich besorgt um jede kleine Regung unseres Körpers. „Merkst du schon was?“ Zuerst merkten wir nur, dass wir hier nicht bleiben wollten. Also raus in die Nacht. Oder was wir halt dafür hielten. Es war spätestens elf Uhr. „Lass uns doch spazieren gehn!“, klar machten wir. Und bekamen dann Angst. Schließlich hatten wir doch in der Bravo gelesen, dass man viel trinken müsse, man könnte verdursten oder irgendwas wegen Flüssigkeitsverlust und würde nicht mehr spüren, dass man Durst habe. Was tun? Das ist ein echtes Problem. Keiner von uns wollte wegen sowas sterben. Wir brauchten jetzt schnell was zu trinken! Keine Panik, einfach irgendwo klingeln, man müsse uns Wasser geben.
Dann saßen wir bei zwei älteren Damen auf der Couch. Guckten Fernsehen. „Wetten Das…“ oder so. Seltsames Kichern. Und der Versuch eine Normalität zu bewahren. Normalität ist in einer solchen Situation natürlich wichtig. Ein Griff zu dem Obst auf dem Tisch und einmal reinbeißen, irgendwas von wegen Vitaminen stand doch auch in der Bravo, oder? Es war aus Wachs.
Irgendwann dann der Versuch in diesem völlig geschmacklosen Wohnheimszimmer einzuschlafen, einen verpackten Müsliriegel zwischen den Zähnen, gegen das malmende Kauen.
Nachmittags mit der besten Freundin am heimischen Lieblingsort im Stadtpark die Nachbesprechung. „Merkst du noch was? Meinst du wir haben jetzt ein Drogenproblem?“

Nomen est omen – Momente zum Erinnern

Ich habe ja einen Wurstfetisch. Schon alleine das Wort. Wuuuurst. Jaja, steckt ja schon auch in meinem Namen. Damals allerdings war ich sogar Veganerin. Aber sei´s drum. Wir lebten in einer Wohnung, deren Vermieter ehemaliger Hausbesetzer war, sich aber ansonsten wie ein ganz normaler Vermieter benahm – also wie ein Arsch. Stilecht kündigten wir mit einer aufgenommenen Kassette. Ein wunderbarer Kanon „Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei! Jawoll mein Schatz es ist vorbei!“.